Kein Doctolib – keine Behandlung đŸ«š

Was es so alles gibt
 Eigentlich wollte ich heute nur zu einer Routinekontrolle zum Augenarzt. Und wie es so ab und an so ist, habe ich mal wieder ein neues Datenschutzformular bekommen. Ich lese solche Dinger tatsĂ€chlich 😉 . Genau gesagt, speziell durchforste ich diese Zettel, ob da irgendwas von Doctolib (oder ein anderes dieser Datenportale) steht. Ja, da stand was von Doctolib. Ich habe diesen Teil des Datenschutzzettels durchgestrichen und daneben „kein Doctolib“ geschrieben.

Kein Doctolib – keine Behandlung

Nach kurzer Zeit kam die Angestellte zu mir und meinte, dass das aber nicht ginge, dass ich auf dem Datenschutzformular etwas durchstreiche. Also erklĂ€rte ich ihr, dass ich kein Doctolib wolle. Daraufhin die Angestellte: Dann können wir sie hier nicht behandeln. Die Adressverwaltung lĂ€uft komplett ĂŒber Doctolib. Dann mĂŒssen sie sich einen anderen Augenarzt suchen. Nicht einmal der fĂŒr heute geplante Termin konnte noch stattfinden. Ok, dann bin ich gegangen, es blieb mir ja auch nichts anderes ĂŒbrig. Ich lasse mich nicht zu so etwas zwingen. Es war zum GlĂŒck nur eine Routinekontrolle, also nicht so wild. Ich werde mir eine neue Praxis suchen mĂŒssen.

Datensammelwut

Ein wenig fassungslos bin ich immer noch. Datenschutz im medizinischen Bereich scheint komplett nachrangig zu sein. Noch schlimmer ist, dass sich offensichtlich kaum ein Arzt oder Patient ĂŒberhaupt irgendwelche Gedanken, geschweige denn Sorgen zu machen scheint.

Meine weiteren Konsequenzen

Ich habe nach 2-stĂŒndiger Suche ein passendes Festnetztelefon gefunden – mit Freisprechfunktion, schnurgebunden und geeignet fĂŒr Schwerhörige. Das habe ich bestellt und kann es in zwei Tagen aus dem Elektromarkt abholen. Nachdem ich seit einiger Zeit wieder Kabel-Internet habe, besitze ich eigentlich auch eine Festnetznummer. Bislang habe ich sie aber nicht verwendet, weil Telefonieren ĂŒber Festnetz wegen meiner HöreinschrĂ€nkung schwierig ist. Aber ich will ja eh nicht selbst damit telefonieren, sondern nur eine Festnetznummer zur Erreichbarkeit fĂŒr Arztpraxen & Co. haben und die melden sich höchst selten per Telefon.

Begehrte Handynummern

Unsere Handynummern sind ĂŒbrigens sehr begehrt. Cookies funktionieren nicht mehr so gut fĂŒr die SammelwĂŒtigen. Die kann man inzwischen meistens ablehnen. Aber mit unserer Handynummer können sie uns wunderbar tracken. Das kann man hier nachlesen, dort wird sogar empfohlen, sich eine Art Wegwerf-Nummer zuzulegen und gezeigt, wie das geht: https://www.kuketz-blog.de/einleitung-und-tipps-wegwerfnummern-teil-1/ Ich will Handynummer und Emailadresse erst gar nicht weiter geben. Notfalls gĂ€be es noch die Nummer von Frank geht ran https://digitalcourage.de/frank-geht-ran . đŸ€”

Das Smartphone im Gulli

Es sind solche Tage, wo ich die Phantasie habe, das Smartphone samt Simkarte irgendwo im Gulli zu versenken. Viele Menschen werden mich fĂŒr pingelig halten. Na dann bin ich eben pingelig. Es sind meine Daten und daher finde ich es völlig logisch, dass ich auch festlegen möchte, ob und wo diese verteilt werden. Zum GlĂŒck gibts hier im Ruhrgebiet recht viele Augenarztpraxen. Und einen Tipp, wo es auch ohne Doctolib-Zwang geht, habe ich auch schon. đŸ’Ș

Mein Tipp

Falls ihr eine Festnetznummer habt, gebt lieber diese an und nicht eure Handynummer. Denn an die Festnetznummer kann ja schon mal keine SMS von Doctolib zur Terminerinnerung mehr gesendet werden. Die mĂŒssten sich die MĂŒhe machen und anrufen. 😉  Und die Festnetznummer hat schon mal keine Standortdaten, man erkennt nicht, ob ihr gerade Zuhause oder irgendwo anders seid. Das Festnetzphone steht ja immer in der gleichen Wohnung. Und in Arztpraxen und sonstwo bitte unbedingt diese Datenschutzformulare etwas genauer lesen. Diese MĂŒhe lohnt sich und zeitlich bloß nicht hetzen lassen von den Arztpraxen (habe ich auch schon erlebt!). Da sitzt man oft ewig im Wartezimmer und dann ist kaum Zeit, um diesen Datenschutzzettel zu lesen? Das kann und darf nicht sein.

Update:

Inzwischen ist das Festnetztelefon da, angeschlossen und es funktioniert tatsÀchlich auch bie mir. Ich verstehe was. Schön altmodisch mit Kabel, da ich damit deutlich besser hören kann als mit schnurlosen Telefonen.

Festnetztelefon

34 thoughts on “Kein Doctolib – keine Behandlung đŸ«š

  1. ErgĂ€nzend : mein Sohn besteht auf Doctolib. Der hat ĂŒberhaupt keine Lust auf und keine Erfahrung mit Telefonaten. Und ich kann das sogar verstehen. Man ist mit Doctolib nicht an die Öffnungszeiten des Empfangs gebunden und muss auch nicht ĂŒber Termine verhandeln, die man nicht mag. Der menschliche Stressfaktor des GegenĂŒbers ( könnte gestresst sein ) fĂ€llt weg. Akkustische MissverstĂ€ndnisse ebenfalls.
    Wie blöd war das, wenn man zur Arbeit ging unf dann von dort aus beim Arzt anrufen musste. Entweder musste man sich abseits ( mit Handy ) verdrĂŒcken, dass keiner mithörte, oder das ganze BĂŒro hörte am Festnetz mit. Heute kann man Vieles asynchron und still durchfĂŒhren.

    1. Bequem und komfortabel ist es schon, gerade auch fĂŒr BerufstĂ€tige.
      Aber dafĂŒr weiß dann Doctolib alles und die verkaufen die Daten munter weiter. Das sieht und spĂŒrt man allerdings nicht direkt, weshalb es kaum jemand stört. Wenn man davon erstmal irgendwann etwas merkt, ist es zu spĂ€t.

  2. Dein Artikel hat mich wieder motiviert, auch nochmal nach Alternativen zu diversen online-Diensten zu schauen – EU-basiert und höherer Datenschutz zum Beispiel. Dabei hat mich jemand auf den Digital Independence Day aufmerksam gemacht – https://di.day/ . Vielleicht kennst du das schon?
    Ich finde die Idee nett, dass man sich jeden Sonntag (oder welcher Tag einem eben gut passt) ein Thema anzugehen und umzusetzen und sich so nach und nach unabhĂ€ngiger und sicherer aufzustellen. Dazu gibt‘s auch Anleitungen und Empfehlungen. Als NĂ€chstes will ich mir eine Paypal-Alternative vornehmen.

    1. Toll diese Seite. WERO habe ich noch bei keiner Online-Seite gesehen. Immer bloß Kreditkarte oder paypal. Beides nervt mich. Bei jeder Transaktion geht Geld in die USA. Angeblich 1% bis 3% der Rechnung.
      Die Girokarte gibt es und geht in GeschĂ€ften problemlos. Allerdings ist diese nicht im Smartphonewallet eintragbar. DafĂŒr kann ich auch bei leerem Akku bezahlen oder das Smarzphone zu Hause lassen, das Deutschlandticket habe ich wieder auf Chipkarte.

  3. Mein Phrasen-Schwein sagt, dass der „DurchschnittsbĂŒrger dem unermĂŒdlichen Fortschritt hilflos ausgeliefert“ sei. (David Graber?) „…doch wo bleibt der Mensch, der sich daran freut…“

    1. Ich habe keine Ahnung, von wem das Zitat stammt. Allerdings habe ich bei Smartphone & Co. den Eindruck, dass es nur wenige Leute gibt, die sich nicht dran erfreuen. Oder erfreuen die sich vielleicht gar nicht, sondern bekommen es nicht mehr ohne ihr GerÀt hin?

      1. In der Tram frage ich mich manchmal, ob man verpflichtet ist, aufs phone zu gucken. Ich denke, die meisten spĂŒren sich selber gar nicht mehr so recht.
        „… jeder Mensch lebt wie ein Uhrwerk …“ Keine artgerechte Haltung nenne ich das. (So, mein Phrasenschweinchen muss jetzt ins Bett 😉)

        1. Oh ja, in der Bahn fÀllt mir das auch immer auf oder in Wartezimmern beim Arzt. Da kleben die meisten Leute an ihren GerÀten.
          Dein kleines „Haustier“ (ich habe es mal Phrasi getauft) ist echt klasse. 😀👍

          1. Stimmt. Wenn in der Bahn niemand aufs Handy schaut ist das eine Ausnahme. Wenn jemand sogar ein Buch liest, schon eine Sensation. Drollig auch, wenn man von einem JĂŒngling angesprochen wird, ob die kommende Bahn an Haltestelle XY hĂ€lt, seine App zeige diese nicht an. Wo er doch direkt neben dem Aushangfahrplan steht, wo ALLE Haltestellen gelistet sind. 😀

        2. Bei Startrek gibt es eine Folge, in der die Besatzung des Raumschiffs in eine Art Brille schaut mit einem Spiel, dass einen durch GlĂŒcksgefĂŒhle belohnt. Wer keine Brille trĂ€gt, wird von anderen dazu ermuntert, am Ende physisch gezwungen. Außeriridische können am Ende fast die Macht ĂŒber das Raumschiff erlangen, da keiner mehr die RealitĂ€t bemerkt.
          Das war lange vor den Smartphones. CandyCrush, Facebook, TikTok, WhatsApp und das Smartphone selbst erinnern fatal an diese Folge. Konzerne haben die Macht und da fließt das Geld hin, wĂ€hrend
          die Menschen durch den ganzen Mist abgelenkt werden und sogar noch Geld dafĂŒr zahlen.

          1. D.h:
            Die Meta-Brille schickt auch die privatesten Videos zu den Clickworkern, damit die KI gefĂŒttert wird.

            Homepods, wie Alexa und Consorten mĂŒssen immer auf Empfang sein und uns zuhören, damit sie funktionieren.

            Die ChatGPT-App hört ebf. ab, wenn man es nicht gezielt unterbindet (siehe hier: https://www.youtube.com/shorts/KY7tVj4xsFs)

            Und einige Smartphones, wie z.B. das Samsung-Phone belauscht uns ebenfalls, wenn wir es nicht unterbinden. (Siehe hier: https://www.youtube.com/shorts/Mlj5TQM-IBM)

            Man könnte noch die ganzen Standortweitergaben hinzufĂŒgen


            Die Wanzen frĂŒherer Tage waren nichts dagegen.

  4. Danke erst einmal fĂŒr deinen Artikel und den Link zu „Frank“. Das ist eine gute Idee. Ich gebe bei ungeliebten Adressen unsere Festnetznummer mit einem Zahlendreher an. Nicht fein aber wirksam. „Frank“ ist aber eleganter.
    Hier gibt es inzwischen viele Arztpraxen, die sich verbarrikadieren. Telefonisch sind die nicht erreichbar, hingehen kann man nicht, weil die TĂŒr verschlossen und mit zig Stopp-Zetteln und „Kein Eintritt ohne Termin“ beklebt sind. Termine gibtÂŽs ĂŒber? … Doctolib, natĂŒrlich. Aber erst, wenn alle Privatpatienten ihren Termin hatten.
    Die, die einen Termin haben, mĂŒssen vor der TĂŒr warten, bis ihnen nach Klingeln aufgetan wird. Dann dĂŒrfen sie einzeln! eintreten.
    Man kommt sich vor wie ein Bittsteller.
    Es wird immer schlimmer.

    1. Ich bin entsetzt. đŸ€Ż Tanja (siehe Kommentar unten) sagt ja was Ă€hnliches.
      Also habe ich da tatsĂ€chlich ein „Luxusproblem.“
      Gesundheit als Ware, Massenabfertigung und Patienten 1. und 2. Klasse. Schlimm

  5. Am Ende wird diese App dich 1.diagnostizieren 2. Ärzte zuteilen oder verweigern 3. dich fĂŒr nicht genĂŒgend behandlungswĂŒrdig erklĂ€ren, wenn du zu alt bist oder die Kassen leer sind.
    Ärzte sitzen dann in gesicherten GebĂ€uden und Klingeln gibt es nicht, doctolib sendet den QR-Code zum Öffnen.

    1. Das klingt sehr dystopisch. Ist aber nicht so weit von den PlĂ€nen unserer aktuellen Gesundheitsministerin entfernt. Sie möchte eine der umfangreichsten Gesundheitsdateninfrastrukturen weltweit aufbauen. Mit den Daten soll ja u.a. auch geforscht werden. Eine KI soll Symptome auswerten. Über die ePA-App soll eine gesundheitliche ErsteinschĂ€tzung vorgenommen werden können. Und die sagt einem dann, ob man zum Hausarzt oder Notarzt muss oder Zuhause bleiben kann. https://netzpolitik.org/2026/bundesgesundheitsministerium-so-umfassend-will-warken-die-gesundheitsdaten-aller-versicherten-verknuepfen/

      1. Ok, z.Z. funktionieren oft nicht mal die E-Rezepte richtig und die Arztpraxen stöhnen, weil die ePA-Software immer noch nicht richtig lĂ€uft. Die Ärzte mĂŒssen ja damit arbeiten. Als Patient kann man die ePA (noch) verweigern, was ich gemacht habe.

  6. Am besten das „FrĂ€ulein vom Amt“ wieder einfĂŒhren. Die könnte weiterleiten, ohne ĂŒberhaupt eine Nummer rauszugeben. Noch ein Vorteil: schafft ArbeitsplĂ€tze.

    Derartige Szenen hatte ich schon wegen einer Telefonnummer. Als ich taub war, konnte ich ja logischerweise nicht telefonieren, haben die irgendwie nicht geschnallt – sie „brauchen“ aber eine Telefonnummer, basta! Da habe ich dann auch mit heißem Gesicht die Praxis einfach verlassen.
    Habe eine Emailadresse speziell fĂŒr sowas, mehr bin ich auch nicht bereit, rauszugeben. Im allerschlimmsten Notfall habe ich sogar noch einen funktionierenden Briefkasten. Frage mich langsam, wieso das Ding noch unten hĂ€ngt, außer als „kleine“ Papiertonne fĂŒr Werbung.

    Diese Datenschutzformulare liest wirklich kaum jemand. Sieht man immer wieder in Wartezimmern, dass diese einfach unterschrieben werden.

    Danke ĂŒbrigens fĂŒr diesen Beitrag! Ich dachte bisher, dass es sich bei Doctorlib um eine Termin-App handelt. War mir nicht wirklich darĂŒber im Klaren, was genau und wie viel die da wirklich abspeichern. Werde da jetzt auch genauer drauf achten.

    Liebe GrĂŒĂŸe

    1. FrĂ€ulein vom Amt 😂 – das ist gut. 😂 👍
      Was du von den Kommunikationsproblemen wĂ€hrend deiner Ertaubung erzĂ€hlst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich hatte beruflich vorrangig mit von Geburt an gehörlosen Erwachsenen zu tun, aber die haben ja das gleiche Problem und nicht nur in Arztpraxen. Emailadresse ist als Alternative in dem Fall ja eine prima Sache – wenn sie dann auch vom GegenĂŒber benutzt wird. Also nicht nur selber schreiben, sondern auch mal mindestens 1 x am Tag ins Emailprogramm schauen. 🙄

    1. Damit kannst du dann ja auch schon mal einen Teil des Datenschutzelendes vermeiden.

      Es ist generell sehr hilfreich, immer mal bei den Einstellungen unter Datenschutz zu stöbern. Oft ist dort auch einiges, was man abschalten kann – bei Accounts, in einer App, selbst im Smartphone. Beim iPhone sogar in der Bildschirmzeit unter „BeschrĂ€nkungen.“ Intelligence und Siri, Apple-Werbung, App-Tracking-Anforderungen etc etc. lĂ€sst sich alles abschalten.

  7. Schön, wenn es Alternativen gibt! Hier ist man so dankbar, wenn man ĂŒberhaupt einen Arzt findet, der noch Termine vergibt. Ich hatte schon vergeblich versucht, den Hautarzt zu wechseln und beim Augenarzt hat mich die Sprechstundenhilfe gleich am Telefon abgewimmelt obwohl ich dort schon als Patientin bekannt war (die rufen aber tatsĂ€chlich auch zurĂŒck). Man ist also gezwungen, sonst bekommt man gar keine Behandlung. Bei einer akuten Erkrankung ist das dann wahrscheinlich auch zweitrangig und man wĂŒnscht sich einfach schnelle Hilfe. Im besten Fall bleibt man einfach gesund…
    Liebe GrĂŒĂŸe!

    1. Selbst hier wird es z.B. bei OrthopĂ€den schwierig. Ich habe mal recherchiert: Die sind nahezu alle bei Doctolib. đŸ˜©
      Wenn gar nichts anderes geht, bekommen die nur noch meine Festnetznummer, keine Emailadresse, keine Handynummer. Dann ist das Elend zumindestens reduziert.

  8. Wenn man den Begriff Ă€rztliche Schweigepflicht eng fasst, verstĂ¶ĂŸt die Weitergabe von Patientendaten jedweder Art an Dritte der Ă€rztlichen Schweigepflicht. Die BundesĂ€rztekammer / KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung hat dazu das Dokument „Hinweise und Empfehlungen
    zur Àrztlichen Schweigepflicht, Datenschutz und Datenverarbeitung
    in der Arztpraxis“ veröffentlicht. (https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Themen/Recht/KBV_BAEK_aerztliche_Schweigepflicht_2025.pdf)
    Unterschreib ein Patient diese „Datenschutzverordnung“ werden Arzt und Praxis faktisch, wenn auch nicht formal, von der Schweigepflicht entbunden, ohne das dies dem Patienten explizit mitgeteilt wird. Das ist rechtlich ziemlich grenzwertig.

  9. Liebe Gabi,

    ich habe schon wirklich sehr viel bei Arztbesuchen erlebt, aber diese absurde Szene beim Augenarzt – keine Behandlung ohne digitale Kapitulation – hĂ€tte glatt aus einem dystopischen Roman stammen können. Aber nein, das ist unsere RealitĂ€t anno 2026.

    Wir leben in einer Zeit, in der man fĂŒr das Bestehen auf Datenschutz als Sonderling gilt. Als wĂ€re es weltfremd, nicht jeden digitalen Fußabdruck bereitwillig zu hinterlassen. Dabei bist du nicht pingelig – du bist einfach konsequent. Und genau das scheint heute schon fast revolutionĂ€r zu sein.

    Dein Festnetz-Trick ist brilliant! WĂ€hrend alle verzweifelt versuchen, ihre digitale IdentitĂ€t zu schĂŒtzen, gehst du den pragmatischen Weg zurĂŒck in die Zukunft. Irgendwie ironisch, dass die gute alte Schnurgebundene jetzt zum Datenschutz-Tool wird. Ich habe ĂŒbrigens eine zweite Festnetznummer, da geht immer der Anrufbeantworter an – diese gebe ich nur in solchen FĂ€llen (und bei Gewinnspielen) an. Die Anrufbeantworter-Audio bekomme ich zudem bequem per E-Mail zugeschickt… der Klick in den MĂŒlleimer geht dann ganz schnell.

    Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen diese Formulare unterschreiben, ohne ĂŒberhaupt hinzusehen? Vermutlich die allermeisten. Dein Mut, aufzustehen und zu gehen, verdient Respekt. Auch wenn ich mir wĂŒnschte, wir lebten in einer Welt, in der dieser Mut gar nicht nötig wĂ€re.

    Viele GrĂŒĂŸe
    Ron

    1. Bislang ist es auch immer akzeptiert worden, wenn ich kein Doctolib wollte. Wobei ich mich nach diesem Erlebnis beim Augenarzt inzwischen frage, ob meine Daten aus anderen Arztpraxen dann wirklich nicht bei Doctolib sind – oder ob ich lediglich nicht an einen Termin per Email und SMS erinnert werde, meine Daten aber trotzdem dort gespeichert sind? Aus dem einfachen Grund, weil eine Arztpraxis das gesamte Adressmanagement mit Doctolib abwickelt? Ich habe immer darauf geachtet, alles durchzustreichen.

      Deine Idee mit der MĂŒll-Festnetznummer ist auch klasse. 👍

      1. Lass dich lieber per mail erinnern. Sonst kommt Rechnung fĂŒr abgesagten Termin. So behĂ€ltst du den Überblick. Ohne die Sch…Ă€pp hier kein Termin.

        1. Wobei ich meine Handynr nie angebe, weil ich sie nicht weiß. Mir macht am meisten Stress, wenn ich da 15 euro fĂŒr frĂŒhzeitig abgesagten Termim zahlen mĂŒsste.

          1. đŸ€Ż Das ist ja entsetztlich, was du beschreibst. Bei OrthopĂ€den ist es hier fast Ă€hnlich, aber anderswo gehts noch gut ohne diesen Doctolib-Murks.
            Ich frage mich gerade, ob ich hier am Ende tatsĂ€chlich noch im Paradies wohne. AusfallgebĂŒhr habe ich noch nie erlebt.

    2. Bei 2 von 4 Angebotspaketen fĂŒr Ärzte werden bei Doctolib auch Behandlungsdokumentationen und eine digitale Patientenakte angelegt. Da stehen dann also auch noch die gesamten Erkrankungen, Diagnosen etc. drin. – Ich habe diese Info oben im Text ergĂ€nzt.

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