Mehr analog, bewusster digital

Mir geht es schon lange ziemlich auf den Keks, dass so viele Lebensbereiche am Smartphone hängen. Und dass die Betriebssysteme dieser Smartphones nur von ganz wenigen großen Unternehmen stammen, gefällt mir auch nicht. Europäische Lösungen (Hard- und Software!) sind rar, recht teuer und alle Apps laufen dort auch nicht. Hinzu kommen Aspekte des Datenschutzes. Unsere digitalen Daten sind eine begehrte Ware und das in einem Ausmaß, von dem mir manchmal übel wird. Ich liefere pausenlos Daten, bekomme aber von den Datenhändlern nichts dafür. Eine Synchronisierung über welche Cloud auch immer, kommt für mich ohnehin nicht in Frage. Also stelle ich mir immer wieder die Frage, was ich auf klassischem, nicht analogen Weg auch erledigen kann und wo digital vielleicht doch auch besser passt.

Kalender und ToDo-Listen

Papierkalender haben sich insbesondere früher im beruflichen Alltag immer schon besser bewährt, als die digitale Variante. Alleine während des Telefonierens mit dem Smartphone, zeitgleich im Smartphone nach dem digitalen Terminkalender zu schauen, ist einfach umständlich. In einem Papierkalender sind die Daten auch schneller eingetragen.

Privat ist das aber so eine Sache. Ich habe nicht mehr den beruflichen Zeitdruck, verabrede kaum noch Termine per Telefon und ein digitaler Kalender erinnert mich so schön an anstehende Termine und Erledigungen. Trotzdem gefällt es mir nicht.

Eine zeitlang habe ich es mit einer vereinfachten Version von Bulletjournal versucht, keine Deko, keine bunten Farben, keine Malerei. Es war durchaus praktisch, alles an einem Ort zu haben, speziell in der Umzugsphase im letzten Jahr. Letztlich bin ich aber nicht dabei geblieben. Ich hatte keine Lust, jedes Mal vorne das Inhaltsverzeichnis zu ergänzen. Abgehakte Todo’s interessieren mich auch nicht mehr. Und bei allen Papiervarianten neige ich zum Chaos. Schön ordentlich und alles lesbar schreiben – nicht meine Abteilung. Ich schreibe auch schon mal kreuz und quer übers Papier und wühle mich anschließend durch diese ganzen Schreibereien, um irgendwas zu finden. Also habe ich es eine zeitlang in doppelter Version probiert. Papierkalender, der immer noch schnell und praktisch ist, ergänzt durch einen digitalen Kalender mit einer digitalen Todo-Liste. Damit bin ich aber auch nicht klar gekommen. Es war ja auch doppelt gemoppelt. Außerdem wollte ich ja auch weg von diesen unnötigen, digitalen Varianten.

Also ein neuer Versuch. Es bleibt beim Papierkalender. Ich habe einen Kalender im A6-Format. Monatskalender, Wochenkalender und etliche freie Seiten für Notizen. Unterwegs mal eben was auf irgendein Zettelchen zu schreiben, hat sich noch nie bewährt. Das landet in irgendwelchen Untiefen des Rucksacks. Für zwei Bereiche gibt es daher inzwischen zwei weitere Notizheftchen, wo man die einzelnen Seiten auch nach Nutzung leicht heraus reißen und entsorgen kann. Was erledigt ist kann weg. Fertig.

Taschenkalender und zwei Notizblöcke

Einmal ein Miniblock im ca. A7-Format für Einkaufslisten. Sobald mir auffällt, was ich neu besorgen muss, schreibe ich dies dort hinein. Nicht erst, kurz bevor ich einkaufen will. Da vergesse ich nämlich immer irgendwas. Diesen einen Zettel reiße ich aus dem Block heraus und gehe einkaufen. Simpel und einfach.
Für ToDo’s wollte ich mir ein A5-Spiralheft besorgen. Das gabs aber zu dem Zeitpunkt gerade nicht, dafür aber ein etwas kleineres Spiralheftchen, was sogar gleich als Todo-Liste gedacht ist. Na gut, dann eben das. Was erledigt ist, wird durchgestrichen. Sind am Ende der Seite noch unerledigte Todo’s übrig, kommen die auf die neue Seite, die alte Seite wird entsorgt.

Wecker

Das Smartphone habe ich noch nie als Wecker benutzt. Es wäre mir aufgrund meiner Schwerhörigkeit im Zweifelsfall zu leise und ich finde auch, es sollte smartphonefreie Zonen geben. Daher hat das Smartphone in meinem Schlafbereich überhaupt nichts zu suchen. Das Internet schalte ich nachts ohnehin aus.

Straßenkarten

Für unterwegs habe ich eine Offline-Straßenkarte (Openstreet-Map) auf dem Smartphone. Also eine digitale Variante. Die Standortfunktion meines Smartphones schalte ich aber nur dann ein, wenn es wirklich nicht anders geht. Ich kann von früher her noch Karten lesen, ich möchte es auch nicht verlernen. Früher hat das ja mit den normalen Papierkarten auch funktioniert. Da war auch kein blauer Punkt, der mir gesagt hat, wo ich gerade bin. Ich möchte mir solche Orientierungsfähigkeiten erhalten, bin aber auch froh, dass ich keine (oft schnell überholte) Papierkarten mehr mit mir herum schleppen muss.

Dinge, die ich nicht ersetzt habe

Einen Taschenrechner hatte ich auch mal als extra Gerät, leider war der irgendwann hinüber. Derzeit lohnt es auch nicht mehr ernsthaft, für die paar Rechnereien nochmal ein neues Gerät zu besorgen.

Fotos mache ich immer noch mit dem Smartphone. Die angebotenen Digitalkameras haben mir nicht zugesagt, oft viel zu teuer. Kleinere, günstigere Geräte, die aber qualitativ gut sind, gibts kaum noch. So viele Fotos mache ich auch nicht und wenn, sortiere ich das meiste davon im Laufe der Zeit sowieso wieder aus. Eine Digitalkamera lohnt sich also nicht.

Ein neues digiales Gerät

Sowas gibts bei mir tatsächlich seit noch nicht all zu langer Zeit: Eine Senioren-Smartwatch von einem schwedischen Hersteller. Gebraucht für 18,99€ im M-Markt gekauft. Die Uhr ist recht groß, kann aber wenig. Kein GPS, kein Telefonieren, kein EKG-Messen, kein NFC zum Bezahlen an der Ladenkasse, keine E-Sim, kein Internet, keine extra Apps, die man runter laden kann. Das will ich eh alles nicht. Vermutlich ist diese Uhr ein Ladenhüter, es war lediglich die Packung geöffnet, die Uhr selbst war unbenutzt. Ich verwende die Uhr gezielt als Pulsmesser und zum besseren Pacing. Ich bekomme nicht immer sofort mit, wenn ich mich unterwegs überlaste. Mit LongCovid ist das wirklich fatal und hat schon zu etlichen Crashs geführt. Der Pulsmesser ist dauerhaft angestellt, wenn ich unterwegs bin. Dadurch bemerke ich jetzt früher und genauer, wann ich Pausen einlegen muss oder für den restlichen Weg mal lieber den Bus nehme. Eine Armbanduhr habe ich dann auch gleich dabei und muss für die Uhrzeit nicht aufs Smartphone schauen.

Es geht für mich letztlich auch nicht darum, das digitale Leben komplett abzuschaffen. Ich möchte es nur zielgenauer nutzen, mich nicht unnötig abhängig davon machen, schon gar nicht Fähigkeiten aus digitaler Beqemlichkeit heraus verlieren oder in eine Smartphonesucht geraten. Es geht ja auch anders.

Senioren-Smartwatch mit Pulsmesser

 

42 thoughts on “Mehr analog, bewusster digital

  1. Liebe Gabi! Ein super Beitrag! Ich verwende einen Taschenkalender aus Papier und bin damit weit und breit die einzige in meinem Umkreis, die das macht. Oft heißt es dann „ja, das würde ich auch gerne, aber…“ Ich mag das Haptische. Dazu ein a5 Notizbuch für alle möglichen Listen. Hier darf auch geschmiert werden, die Optik ist egal. Wenn ich unterwegs was erfahre/ entdecke, mache ich meist ein Handy Foto/ Screenshot und übertrage die Info nachher in Papier. Aufgeschmissen wäre ich aber ohne meine Reminder App. Auch wiederkehrende Themen kann ich mir ohne Schnickschnack einspeichern, die dann zum richtigen Zeitpunkt geräuschlos aufpoppen (tägliche Erinnerung an Medikamente, wöchentliche Spezialfälle, wo ich was spezielles einpacken muss…) Ich bin zufrieden mit meinem gemischten System. Liebe Grüße!

    1. Das klingt so, als wäre es für dich wirklich perfekt so. Mich vom Smartphone an alle möglichen Dinge erinnern zu lassen, dass habe ich auch immer wieder ausprobiert. Bislang gehts aber ganz gut ohne dem. Es wäre vermutlich aber auch der erste Punkt, wo ich, falls nötig, überlegen würde, wieder zum Digitalgerät zu wechseln.
      Eigentlich ja auch positiv, wenn wir die Wahl haben und uns frei entscheiden können, welches System am besten passt.

  2. Ich habe ein Ringbuch DinA5. ToDos stehen hintereinander und werden nach Erledigung durchgestrichen. Durchgestrichene Seiten werden entfernt, nicht Erledigte darauf hinterfragt und vorgetragen auf fortlaufender Seite. Ein Samsungkalender wird auf Android geteilt, analoge Kalender sind nicht teilbar, damit sind sie eher für Einzelpersonen.
    Eine wirklich gute Lösung habe ich nicht, die Technik hat sich überall reingefressen. Microsoft und Meta sind aber draußen, Google komplett auszusperren ist das nächste Projekt, entsprechende Geräte mir noch zu teuer, bzw. das aktuelle Smartphone noch gut genug.
    Es war schon öfters so, dass für mich der organisatorische Lärm durch Neukauf oder Verteilung auf mehrere digitale oder analoge Geräte eher zunahm.

    1. Die sich überall reinfressende Technik – mir gehts auch zunehmend auf den Keks. Nicht alles wird damit leichter. Und eine gewöhnliche Notiz auf einem Stück Papier ist einfach der beste Datenschutz.

  3. Hallo zusammen, hat jemand vielleicht einen Tipp für einen Wecker, der Nachts nicht leuchtet, sondern nur auf Knopfdruck und der keinerlei Geräusche macht? Also kein Ticken oder sowas. Ich wäre da total gerne analog unterwegs, allerdings war der letzte Wecker, den ich mir gekauft habe, weil er nicht tickt ein Reinfall. Er macht nämlich dafür andere für mich sehr laute Geräusche.

    1. Ich mag den Tageslichtwecker von Ph. Macht keine Geräusche (außer beim Wecken). Und die Helligkeit der Ziffern kann man einstellen und sehr diffus einstellen, sodass man die Anzeige eigentlich nur sieht, wenn man hinschaut.

      1. Funktioniert der auch ohne App? Ich lese da, es sei optional „werten Sie mit der optionalen SleepMapper App Ihre Umgebungsdaten aus.“ 😮 Wer hat die Software erstellt? Braucht man für die App WLAN? Wo landen die Daten?
        Kann man den Wecke ohne App einstellen? Uhrzeit korrigieren, Aufwachzeit ändern auch ohne App? Falls nicht möglich, bräuchte man ja wieder das Smartphone. Man hätte dann die Weckfunktion aus dem Smartphone lediglich ausgelagert.

        1. Falls sich jemand für den Datenschutz interessiert:

          Im Appstore lese ich zu der App:
          Mit dir verknüpfte Daten
          Die folgenden Daten werden möglicherweise erfasst und mit deiner Identität verknüpft:
          Kontaktinformationen
          Benutzerinhalte
          Gesundheit und Fitness
          Kennungen

          Im Playstore steht, dass folgende Daten erhoben werden:
          Personenbezogene Daten
          Name, Nutzer-IDs und Sonstige Daten
          App-Aktivitäten
          App-Interaktionen
          Geräte- oder andere IDs
          App-Informationen und -Leistung
          Absturzprotokolle und Diagnosedaten
          Gesundheitsdaten und Fitnessdaten

          1. Hallo Gabi,
            Beziehst du dich auf meine Nachricht mit dem Tageslichtwecker? Also dazu gibt’s keine App – zumindest befinden Modell, das ich nutze. Habe es aber auch schon vor ca. 5 Jahren gebraucht gekauft. Vielleicht ist das mittlerweile anders. Mein Modell steht einfach neben dem Bett und ist lediglich an die Steckdose angeschlossen. Alle Einstellungen erfolgen über den Wecker. Einen Wecker mit einer App könnte ich mir auch nicht vorstellen.
            Liebe Grüße

          2. Da hast du ja direkt recherchiert! Und mich auch neugierig gemacht. Die Nachfolgemodelle haben ja scheinbar wirklich eine App. Sehr skurril. Das ältere Modell scheint es aber immerhin häufig noch gebraucht zu geben.

      2. Ich kann auch keinen tickenden Wecker gebrauchen. Habe vor einigen Jahren mal einen analogen Wecker von TCM gefunden. Sehr günstig und läuft ewig mit einer AA-Batterie. Leuchten tut er nur, wenn ich kurz die Aus-Taste drücke. Für mich das perfekte Teil.

  4. Ich habe einen Wandkalender mit mehreren Spalten. Wirklich wichtige Termine trage ich mir aber auch als Erinnerung ins Smartphone ein.
    Einkauflisten und Dinge, die ich mir merken möchte, aber nicht muss, schreibe ich auf Zettel, wobei sich da manchmal ganz schön was ansammelt.
    Eine Zeit habe ich die digitalen Notizen genutzt, schaue dann aber gar nicht rein. Das funktioniert für mich einfach nicht.
    Ich habe also auch noch nicht die ideale Lösung gefunden.

    Was den Tachenrechner betrifft, da habe noch einen alten Solar-Taschenrechner, den ich gerne nutze. Da ist auch noch eine kleine Knopfzelle drin, die ich aber noch nie wechseln musste.

    1. Mit den digitalen Notizen geht es mir genau so. Die stehen dann da und das wars. Die Tipperei stört mich, mal kurz zwischendurch mal was per Hand schreiben, geht schneller.

  5. Die noble Kunst des analogen Widerstands! Während die Welt um uns herum in Clouds schwebt und sich in Apps verliert, zückt Gabi tapfer ihren Papierkalender und erklärt dem digitalen Zeitalter den Krieg – nun ja, zumindest einen höflichen Kleinkrieg mit gelegentlichen Waffenstillständen.

    Besonders charmant finde ich die Bulletjournal-Episode: Keine Deko, keine bunten Farben, keine Malerei – und trotzdem gescheitert am Inhaltsverzeichnis. Das ist, als würde man beim Minimalismus am Minimalismus scheitern. Eine herrliche Meta-Ironie!

    Und dann diese Smartwatch für 18,99€, die glorreich *nichts* kann. Kein GPS, kein Telefonieren, keine Apps – nur Puls messen. Endlich ein digitales Gerät, das seinen Job macht, ohne einem gleich die halbe Datenwolke aufzudrängen! Das ist ungefähr so, als würde man sich einen Toaster kaufen, der tatsächlich nur Toast macht und nicht gleichzeitig das Wetter vorhersagt und Spotify abspielt.

    Die Wahrheit ist: Gabi macht’s richtig. Denn am Ende geht es nicht darum, ob analog oder digital – sondern darum, nicht zum wandelnden Datenspender zu mutieren, der vor lauter Apps vergisst, dass man Termine auch einfach im Kopf behalten kann. Oder zumindest auf einem Zettel, der sich irgendwo in den Untiefen des Rucksacks versteckt.

    Weiter so, Gabi – ich erhebe meinen analogen Kaffeebecher (ohne App-Steuerung) zu deinen Ehren!

    1. Ganz so martialisch ist es für mich nicht, auch Kleinkriege wären mir zu aufwändig. Manches ist einfach der normale gesunde Menschenverstand. Ich könnte mich z.B. von der Smartwatch tatsächlich per Bluetooth über eintreffende SMS vom Smartphone benachrichtigen lassen. Das ließ sich zum Glück ausschalten. Ich finde solche Funktionen komplett sinnfrei. Bluetooth funktioniert eh nur über kurze Distanzen, also höre ich auch so, wenn eine SMS eintrudelt.

      Den von dir beschriebenen Toaster mit Wettervorhersage und Spotify finde ich genauso lustig wie Vorstellung eines appgesteuerten Kaffeebecher. 🤣 Aber mal nicht zu laut lachen. Wer weiß wie lange es dauert, bis es solche Dinger wirklich gibt. 😵‍💫

  6. Ich liebe meine Zettelwirtschaft und mein kariertes Notizbuch. Ansonsten die gute Mischung. Beim Friseur bekomme einen neuen Terminzettel, beim Arzt auch oder bei den OnlineTerminen eine Mail die drucke ich aus und kommt ins Notizbuch. Und nein ich hab noch keinen Termin vergessen :).
    Und ärgern tu ich mich über die ganzen Apps ohne die man keinen Bonus mehr bekommt. Das Leben wird immer digitaler. Entweder man macht das alles mit oder akzeptiert es einfach dass seine Daten doch nicht überall landen.
    Nur vieles geht gar nicht mehr mit Papier z.B. die Erstattung der Zahnarztkosten bei der Zusatzversicherung die aktzeptieren nur noch onlineübermittlung der Belege.

    Liebe Grüße Ursula
    PS: Unser Haushaltsbuch wird ganz Oldschool per Hand geführt

  7. Hallo Gabi,

    das Thema „Was nutze ich analog und was digital?“ unterliegt bei mir immer mal wieder einem Wandel und ist wahrscheinlich zu umfangreich für einen Kommentar hier. Aber ich stimme dir zu: Die richtige Mischung macht’s! Tatsächlich schätze ich auch die Vorzüge von beiden Seiten: Multisensorische Erfahrung bei Analogem und Reibungslosigkeit bei Digitalem – wenn dem denn so auch wirklich so ist.

    Lieber Gruß
    Philipp

    1. Die Kunst ist wirklich, erstmal heraus zu finden, was nun jeweils wo besser passt. Da die meisten von uns nicht mit Smartphones aufgewachsen sind, dauert das halt und wechselt auch immer mal wieder. Ist bei mir letztlich auch so.

  8. Liebe Gaby.
    Tolles Posting – und danke für den Uhrentipp. Habe mir jetzt auch eine solche günstige gebrauchte Uhr im M-Markt bestellt. Die hat alles, was ich brauche. Mehr Gedöns muss nicht sein. Habe kürzlich auch mein altes Nokia-Tastenhandy durch ein neues Seniorenhandy ersetzt und fuchse mich langsam ein. Der Trick ist ja tatsächlich, dass ich längst nicht alles brauche, was das Handy mir einreden will. Routenplaner, Hotelsuche, Wetter, Katwarn, DuckDuckGo und einige wenige Apps ohne Google. Mehr brauche ich nicht – außer vielleicht der Polarlichtvorhersage, mein kleiner Luxus 😉
    Sonst habe auch ich schon seit Jahrzehnten ein Papier-Notizbuch DIN A5 von Conceptum. Für Termine, Adressen, Gedanken und Schnickschnack.
    Was ich als Autorin sonst noch für Recherche brauche, erarbeite und finde ich am Laptop. Von wem ich mir auf keinen Fall weder Daten- noch Lebenszeit rauben lasse, sind die a-sozialen Medien.
    Für mich habe ich also die ideale Kombination aus notwendiger Technik und entspannter Nostalgie gefunden.

    1. Genau das ist der Punkt: Die Unterscheidung zwischen dem, was auf dem Smartphone wirklich nützlich ist und was nur unnützer Plunder. Wenn ich manchmal so sehe, wie Menschen in der U-Bahn im Sekundentakt durch irgendwelche Tiktok- oder Instagramfilmchen scrollen, dann weiß ich auch, was ich definitiv nicht brauche.

  9. So ganz ohne Papier funktioniert es bei mir auch nicht. Da ist es eher der Bereich Bücher, bei dem ich es auch mal genieße, wenn ich keinen Bildschirm vor der Nase habe. Trotzdem bin ich dankbar, dass das Angebot der örtlichen Bibliothek durch eine „Onleihe“ ergänzt wird.
    Mein Mann nutzt immer noch seinen Taschenrechner aus Schulzeiten im Homeoffice. Der liegt fast täglich auf dem Tisch weil ihm das Tippen da viel leichter nebenher von der Hand geht, als bei der Rechner-App auf dem Laptop oder Handy.
    Liebe Grüße!

    1. Das ist bestimmt die Haptik. Die ist bei einem Old-School-Taschenrechner einfacher, als auf einem Smartphone. Genau aus dem Grund habe ich fürs Tablet auch eine externe Tastatur. Da kann ich im 10-Finger-System tippen, auf dem Bildschirm funktioniert das nicht.

    1. Als Todo-Liste bzw. Notizzettel nehme ich an, oder? Ich gehöre zu den 6%, die tatsächlich kein WhatsApp haben, aber sowas funktioniert ja auch mit Signal-Messenger.

      1. ich finde dinge zu koordinieren so schwierig. dann bin ich froh, wenn ich mir den plan kurz selbst erzähle und es ist aus meinem kopf. bis am nächsten tag wieder alles anders kommt. damit ich wieder neu planen kann.

  10. Hallo Gabi!
    Ich habe eine Mischung aus digital und analog. Notizen mach ich mir nach wie vor am liebsten auf Papier. Ich habe aber auch eine solche Uhr, die alles mögliche kann und die Gründe dafür sind ähnlich wie bei dir. Ich überlaste mich schnell. Die Uhr gibt mir Rückmeldung und noch eins habe ich neulich unfreiwillig ausprobiert. Ich bin gestürzt und die Uhr hätte den Notruf abgesetzt, wenn ich sie nicht aktiv daran gehindert hätte. Dieser Sturz war nicht schlimm, aber auch aufgrund eines anderen Sturzes, haben wir genau diesen Typ Uhr angeschafft.
    Mein Kalender ist analog, A5 groß und hat ~300 Seiten und einen reingelegten Bleistift, damit ich zu jeder Zeit etwas reinschreiben kann.
    Was ich wirklich hasse ist, dass man immer öfter gezwungen wird, eine Handy-App zu nutzen. Hinz und Kunz „verkaufen“ die einem als Fortschritt. Es ist ja damit sooo einfach… Die Diskussion hatte ich neulich mit der Krankenkassen. Doch, das Bonusheft gibt es noch als Papierversion. Man muss nur mit Nachdruck danach fragen. Gleiches gilt für die Bahncard.
    Liebe Grüße, Sibylle

    1. Das ist ja interessant. Da bin ich tatsächlich nicht die einzige, die so eine Uhr umgekehrt benutzt – nicht mehr, sondern weniger machen. Sturzsensor ist natürlich eine sehr praktische und sinnvolle Sache. Sowas hat meine Uhr nicht, anderes (wie irgendwelche Medaillien, wenn man nur genug macht), habe ich einfach deaktiviert. Nachts will ich so ein Digitaldings auch nicht am Handgelenk haben. Ob ich gut geschlafen habe, weiß ich auch ohne Smartwatch.
      Die vielen aufgedrängten Apps finde ich auch ätzend. Ich habe das Bonusheft auch noch als Papierversion und will es auch gar nicht anders haben. Wenn sich fast das gesamte Leben auf einem Smartphone abspielt und dann ist mal der Akku vorzeitig leer oder das Smartphone geht kaputt… fürchterlicher Gedanke.

  11. Den guten alten Einkaufszettel hab ich auch immer noch, könnt mir das in digitaler Form auch nicht vorstellen. Für unterwegs ist immer ein kleines Oktavheft in meiner Handtasche, um schnell ne Notiz zu machen, da bin ich auch nicht auf die Idee gekommen es am Smartphone zu machen. To do Listen gibt es bei mir nicht, aber einen Kalender in der Küche wo Termine und auch sowas wie Treppenwoche drin eingetragen sind. So vergess ich das nicht.
    Liebe Grüße!

    1. Wie machst du das mit dem Kalender, wenn du mal unterwegs bist und einen Termin notieren willst, also z.B. Arzt o.ä.? Den Wandkalender mitnehmen ist ja umständlich. Ich hatte es auch einfach mal mit einem Wandkalender probiert, bin aber aus genau dem Grund nicht damit klar gekommen.

      1. Hallo Gabi, ich bekomme mittlerweile bei Ärzten in der Regel einen kleinen Zettel mit dem Termin. Der kommt in die Geldbörse und wird entsorgt, nachdem ich zuhause den Papierkalender aktualisiert habe. Wenn ich doch Mal unterwegs was notieren muss, auch Termine, nutze ich nicht den digitalen Kalender, sondern die digitalen Notizen. Ist viel schneller und einfacher als der Kalender im Smartphone. Manchmal kann man von Infos wie Öffnungszeiten auch einfach ein Foto machen.

        1. Was dann bedeutet, dass du evtl. andere Termine im Kopf hast. Ja ok, dann funktioniert das. Einfacher als zu Berufszeiten ist das jetzt bei mir natürlich auch. Der Kalender ist zum Glück sehr übersichtlich geworden. Aber ich weiß auswendig nie, ob genau an dem Tag vielleicht schon was anderes ist.

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