Es ist sehr unterschiedlich, welchen Dingen, Lebensweisen etc. wir Bedeutung beimessen und was wir als jeweils unwichtig empfinden. Hier einmal das, was mir nichts bzw. nicht viel bedeutet:
Mode
Das letzte Interesse an Mode hatte ich als jüngere Teenagerin. Allerdings bemerkte ich schon damals sehr schnell, das mir die meisten Dinge ohnehin kaum passen. Ich habe recht lange Beine, fand kaum mal eine passende Hose. Vor der Möglichkeit irgendeines Onlineshoppings war das eine Katastrophe. Irgendwann war ich es leid, meine freien Samstage damit zu verschwenden, erfolglos durch Geschäfte zu pilgern. Oder die vielen Jahre, in denen irgendwelche Farben modern waren, die mir nicht standen. Pink, rosa, lila, pastell und ähnliches stehen mir einfach nicht. Blümchen, Rüschen und so ein Zeugs fand ich schon als Kind fürchterlich.
Ich halte auch nichts von der extrem umweltschädigenden Ex-und-Hopp-Mentalität. Natürlich brauche ich Kleidung, aber Mode ist eher für die Außendarstellung und die brauche ich nicht.
Haarfärbemittel
Meine Haare habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gefärbt. Wozu auch, meine Haare sind von Natur aus farbenfroh. Der rote Farbton ist im Laufe der Jahrzehnte etwas heller geworden, aber immer noch da. Der Friseur meinte, meine Haare werden nicht grau, sie bleichen lediglich etwas aus. Mit 65 Jahren finde ich es klasse, dass ich immer noch keine grauen Haare habe, stattdessen meine natürliche, rötliche Naturhaarfarbe. Eine wunderbare Laune der Natur, alles ganz ohne Haarfärbemittel.
Kosmetika
Ich hatte mal Wimperntusche in einem Blauton für besondere Gelegenheiten, die habe ich nie wieder irgendwo gefunden. Schwarz und braun sieht bei mir ehrlich komplett gruselig aus. Das passt einfach nicht zu meinem eher hellen Hautton. Lippenstift mag ich nicht. Von allen anderen Dingen bekäme ich maximal Hautausschlag. Ich fände es zudem ehrlichweise auch zu mühsam, mich jeden Tag anzumalen, tagsüber aufzupassen, dass nichts verschmiert, ggf. nachzuschminken und abends alles abzuschminken. Dann auch noch jederzeit mit Allergien und Hautausschlägen rechnen – wozu und für was? Für mich? Nein. Mir sind gute und verträgliche Hautpflegeprodukte wichtiger.
Design und gestylte Wohnungseinrichtung
Ich bevorzuge tendenziell eher Holztöne, weiß und dunkelgrün. Darüber hinaus ist mir so etwas wie Deko, irgendein Plüschmobiliar etc. aber komplett egal. Das, was viele Menschen als gemütlich empfinden, ist für mich einfach nur überfüllt. Von Sofas jeder Art bekomme ich seit Jahrzehnten wegen eines unvollständigen Lendenwirbels (Spina bifida occulta) irgendwann Rückenschmerzen. Jahrzehntelang habe ich alles mögliche probiert. Jetzt lasse ich es einfach weg, fertig. Eine Erleichterung. Die Küche stelle ich mir auch nicht mit tausenderlei Küchengadgets voll. Oft sind die mühsam zu reinigen. Die meisten Geräte sind irgendwie auch platzfressende, schwarze Küchenmonster von denen man nicht weiß, wann die geplante Obsoleszenz wieder zuschlägt. Also lieber so wenig wie möglich. Kochen kann man auch ohne tausenderlei Gerätschaften.
Was ich mag: Pragmatisch und einfach
Zum Glück ist es ja unterschiedlich, was wir jeweils mögen oder nicht. Ansonsten wäre es in der Welt mit einem uniformierten Lifestyle auch ziemlich eintönig. Das fände ich sehr unangenehm und insbesondere wenig lebendig und in keinster Weise individuell.
Ich habe es selbst gerne minimalistisch im Sinne von pragmatisch. Mein Leben und meine täglichen Abläufe müssen einfach sein, dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass ich gesundheitlich immer noch mit LongCovid zutun habe. Putzen ist körperlich anstrengend für mich. Bei einer durchschnittlich gefüllten Wohnung müsste ich eine Reinigungskraft bezahlen. Das wäre mir schlichtweg zu teuer. Meine Wohnung ist daher auch so, dass ich alles gut selbst bewältigen kann. Die mir zur Verfügung stehende Energie nutze ich dann lieber, um raus zu gehen und die Natur zu genießen.
Schnickschnack, Modezeugs, Deko gönne ich jedem, dem es Freude macht. Ich selbst habe aber keinen Spaß daran. Es hat mich noch nie interessiert. Es brächte mir keine Vorteile im Leben. Ich brauche ja zum Glück auch keine Klicks, Likes und Follower, da ich kein Socialmedia habe. Schon gar nicht muss ich damit Geld verdienen und um Aufmerksamkeit buhlen. Ich möchte unabhängig von der Gunst der Algorithmen und BigTech sein. Das ist meine Form von Freiheit und Minimalismus. Ich genieße es!

Minimalisten scheinen eine ähnliche Auswahl an Dingen zu haben, die ihnen wenig bedeuten. Haare: Als Teenager habe ich das volle Programm mit Färben, Strähnchen und Dauerwelle absolviert, um dann festzustellen, dass mir meine eigene Haarfarbe am besten gefällt. Aber ohne das Ausprobieren wäre ich nicht zu dieser sicheren Erkenntnis gelangt. Schuhe und Mode: Schon als Teenie war ich der Meinung, erst kommt die Bequemlichkeit meiner Füße und danach der Chick. Was ständig zu der Aufforderung führte, ich solle mir doch mal schickere Schuhe kaufen. Mit Mode muss ich mich zwangsweise auseinandersetzen, weil ich ab und zu neue Kleidung brauche. Da gibt es dann „gute“ und „schlechte“ Jahre, weil ich es gerne schlicht und praktisch habe und dabei trotzdem adrett aussehen möchte. Diese billige Ramschmode ist mir ein Gräuel. Nach kürzester Zeit ist das Zeug hinüber und ich müsste mir die Mühe machen neu zu kaufen. Das Zeug kommt mir nicht mehr ins Haus.
Küche: Ich mag mich nicht bücken, um an Geschirr und Vorräte zu gelangen. Deshalb gibt es bei mir Oberschränke.
Reisen: Fernreisen mit Flugzeug und Pauschalreisen kann ich mir gar nicht vorstellen und habe ich auch noch nie gemacht.
Oberschränke in der Küche, um sich nicht bücken zu müssen: Das finde ich absolut nachvollziehbar. Genau genommen macht es sogar Sinn, sofern die Schränke möglicht deckenhoch sind, um nicht oben drauf putzen zu müssen. Mich stören die Oberschränke aber leider total beim Kochen. Ich habe ständig so einen Schrank vor der Nase. Ich nutze die Kochplatten auch sehr flexibel, sie stehen mal hier und mal dort – d.h., die Dünste würden ständig unter die Schränke ziehen. Flexible Dunstabzugshauben gibts ja auch nicht.
Hallo Gabi, schön, dass du wieder da bist!
Was ich nichts bedeutet? Ergänzend zu deiner Aufzählung und weil ich gerade aus der Stadt zurück gekommen bin: Vollgestopfte Regale mit brüllend bunt verpackten Lebensmitteln oder Tütchen mit Küchenhelferlein.
Oh ja. Es gibt Leute, die haben an solchen Sachen Spaß. Dazu gehöre ich auch nicht. Es bedeutet mir nichts.
Ich habe glücklicherweise das „Talent“, dass je mehr Zeugs in einem Laden ist, desto weniger sehe ich. Ich kann um irgendwelche Saison-Süßwaren herum laufen, ohne sie bewusst registriert zu haben. Alles nur bunt und voll – schnell weg.
Es freut mich wieder von dir zu lesen. Darauf mag ich nicht gerne verzichten. Auf Mode- und Wohntrends allerdings schon. Ich liebe ebenfalls Möbel aus Holz, welche gerne etwas älter sein dürfen. Dinge neu kaufen war noch nie mein Ding. Wenn ich etwas brauche, dann schaue ich nach etwas Gebrauchtem und da sind mir Trends völlig schnurz. Egal, ob es um Kleidung, Möbel, Haushaltskram oder sonstige Dinge geht.
Liebe Grüße
Denise
Oh, danke!
Ich habe mich da auch ganz gut eingerichtet. Ich weiß, was mir wichtig ist und was nicht. Und ja, wenn bewährte Produkte aus dem Sortiment gegen, ärgert mich das auch. Die Sucherei nach Ersatz mag ich gar nicht.
Liebe Grüße
Heike
Ich finde, Minimalismus hat auch viel mit der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse zu tun. Je klarer, die werden, desto klarer wird auch, welche Dinge man braucht. Ok, je nach Lebenssituation ändert sich das natürlich auch immer mal wieder.
Wimpern halten das Auge sauber. Sich Chemie draufzupinseln ist kontraproduktiv. Auch wenn es echt gut aussah, als ich jung war. A propos Alter: Die beste Anschaffung in letzter Zeit war der Porzellankaffeefilter. Mein Omaequipment. Ich werde Großmutter. So einfach. Bringt Entschleunigung. Was hab ich mir all die Jahre vorher eine French Press Plörre reingezogen.
Mit dem Porzellankaffeefilter komme ich auch prima klar. Wenn ich einen Nachteil daran suchen sollte, wäre maximal, dass ich nicht schon eher umgestiegen bin.
Für dein künftiges Enkelkind eine prima Sache, wenn es mitbekommt, dass nicht alles nur mit Hightech funktionieren muss.
Gibts wohl schon Kaffeemaschinen mit Appsteuerung? Falls ja, könnte der Hersteller dieser Geräte einfach irgendwann beschließen, die noch funktionierende Kaffeemaschine unbrauchbar zu machen: App nicht mehr updaten oder aus dem Store werfen: Ende Gelände. Kein Kaffee mehr.
Vergleichbares gibt es mit Staugsauberrobotern. App ist weg, das Gerät lässt sich nicht mehr richtig steuern.
Ich liebe all das – inklusive Haarfärbemittel, auch wenn ich mich schon sehr auf Grau freue und dann sicher nicht mehr färben/blondieren werde. Mag nur mein Mausbraun nicht. Aber alles in Maßen und so reduziert, wie möglich. Was bringt ein voller Kleiderschrank, wenn man nur die Hälfte anzieht oder eine ganze Armada an Schminksachen, die man eh nicht nutzt?! Ich fluche immer nur, wenn ein bewährtes Produkt aus dem Sortiment genommen wurde – bei Lebensmitteln genauso wie bei Hosenmarken. Alles in allem hält sich der Aufwand aber in sehr erträglichen Grenzen – Pragmatismus sei Dank 😊
Wenn Supermärkte dann auch noch umgeräumt haben und man findet z.B. die eine Lieblingsmarmelade unter den anderen 50 Marmeladensorten nicht mehr. Sehr ärgerlich sowas.
Sehr ungewöhnlich, dass du dich auf graue Haare freust.
Es muss praktisch, dauerhaft und bequem sein.
In der ersten Lebenshälfte habe ich gedacht, etwas stimme mit mir nicht. Werbung und Mode habe ich mir angeschaut, aber es stieß mich ab. Kommerz und Geldschleuderei. Nicht mit mir.
Bequemlichkeit ist mir auch wichtig und es ist nun mal nicht bequem, sich durch vollgestellte Räume und überfüllte Schränke zu wühlen.